Sie sind seit zehn oder 25 Jahren aktiv bei der Stadtharmonie oder unterstützen den Verein: Von links Alexander Tröndle, Stefanie Riesle, Patrick Metzger, Annette Hauser, Günter Auer und Thomas Grauer. Bild: Sprich
Die Villinger Stadtharmonie ist auf enormem Erfolgskurs. Mit einer seit Jahren konstanten Mitgliederzahl von insgesamt 820 Mitgliedern ist die Stadtharmonie nicht nur einer der größten Vereine in Villingen-Schwenningen.
„Wir sind auch einer der größten Blasmusikvereine in ganz Südbaden“, wie Dirigent Mario Mosbacher bei der Hauptversammlung stolz sagte. Bei der Zahl der Aktiven erreichte die Stadtharmonie mit 273 Musikern, vom Musikindergarten über das Vororchester und Jugendkapelle bis zum großen Blasorchester, einen absoluten Rekord. Mosbacher führt dies vor allem auf das anhaltende Wachstum bei der Bläserjugend zurück.
Einziger Wermutstropfen ist, dass die Zahl der Fördermitglieder in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück geht. Wie Vizevorsitzender Thomas Grauer sagte, gelte es, diesem negativen Trend in diesem Jahr unbedingt entgegenzuwirken. „Die Fördermitglieder stellen mit ihren Beiträgen eine der wichtigen Säulen zur Finanzierung des Musikvereins dar.“ Wie Kassierer Alexander Heift berichtete, erwirtschaftete die Stadtharmonie im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz in ihrer fast 90-jährigen Vereinsgeschichte. Dass die Kasse dennoch mit einem Minus abschloss, lag vor allem an den hohen Investitionen. Unter anderem wurde das Probelokal renoviert und dabei die Sanitäranlagen aufwändig saniert. Auch die Beschaffung von 20 neuen Uniformen für Musiker, die neu aus dem Jugendorchester in das große Blasorchester kamen, riss ein Loch in die Vereinskasse. Dennoch zeigte sich Heift zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir finanzieren uns zu 97 Prozent selbst“, sagte er angesichts der Tatsache, dass die Unterstützung durch Stadt, Blasmusikverband und Stadtjugendring auf unter drei Prozent gesunken ist. Größter Ausgabe posten ist die Bläserschule. Die Kosten konnten auch durch die Anhebung der Elternbeiträge nicht vollständig aufgefangen werden, da gleichzeitig auch die Kosten weiter gestiegen sind.
Auch musikalisch zeigte sich die Stadtharmonie im vergangenen Jahr wieder von ihrer besten Seite. Sowohl das Frühjahrs- als auch das Jahreskonzert waren erfolgreich. Ebenfalls in bester Erinnerung blieb das Japankonzert. Als Schlüssel zum Erfolg bezeichnete Mosbacher in seinem Bericht den enormen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Er, der die Leitung des großen Blasorchesters vor einem Jahr übernommen hat, sieht sich als Dirigent, nicht als Diktator. Dabei überträgt er den Musikern selbst ein hohes Maß an Verantwortung. Um das Orchester auf ein noch solideres musikalisches Fundament zu stellen, will er mit seiner Arbeit künftig neue Wege gehen. Statt einige Wochen lang auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten und dann wieder abzuflauen, soll die musikalische Arbeit insgesamt auf ein musikalisch höheres Niveau ausgerichtet werden. Wichtig dabei ist ihm jedoch eines: „Wir wollen beim Musizieren Spaß haben und das Publikum begeistern.“ Präsident Siegfried Kauder zeigte sich in seinen Grußworten irritiert. „Deutschland geht am Krückstock und wird immer älter. Bei der Stadtharmonie ist es genau umgekehrt.“ In der Tat sind 80 Prozent der aktiven Musiker unter 27 Jahre alt.
Quelle: Südkurier 17.04.2012
Sie engagieren sich künftig an der Spitze der Stadtharmonie: Von links Erich Nierholz, Sibylle Jäckle, Dominik Eigeldinger, Berthold Eigeldinger, Markus Keller und Walter Kieninger. Bild: Roland Sprich
Es war bereits kurz vor 23 Uhr, als der Präsident der Villinger Stadtharmonie, Siegfried Kauder, im Rahmen der Hauptversammlung das Wort ergriff, um eine ganz besondere Ehrung auszusprechen. Allerdings musste er zunächst ganz nüchtern feststellen: „Da fehlt doch einer.“ Reiner Uhlenbrock, der den Musikverein neun Jahre lang als Vorsitzender führte, kam nicht zur Hauptversammlung.
Dabei hat der vor vier Wochen überraschend aus dem Amt geschiedene Vorsitzende wohl noch am Nachmittag Kauder zugesagt, dass er an der Versammlung teilnehmen werde.
Auch der Vorstand der Stadtharmonie ging fest davon aus, dass Reiner Uhlenbrock erscheint und wollte die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden an erste Stelle setzen. Ganze 30 Minuten verspätet begann deshalb die Hauptversammlung. Die Ernennung wurde Uhlenbrock dann in seiner Abwesenheit zuteil. „Jeder Vorsitzende gibt seinem Verein eine Prägung. Reiner Uhlenbrock hat seinen eigenen Stil und eine hohe Erwartungshaltung, die nicht jeder erfüllen kann oder erfüllen will“, sagte Kauder.
Uhlenbrock habe während seiner Tätigkeit viel zum Wohle der Stadtharmonie getan. Kauder erinnerte an die guten Kontakte zu den Partnerstädten und den Konzertreisen nach Savona, Zittau und Friedrichsthal. Auch das japanische Konzert im vergangenen Jahr sei ein Höhepunkt und mit ein Verdienst von Uhlenbrock gewesen. Präsident Kauder betonte, dass man nicht im Bösen auseinander gehen wolle. Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden setzte der Verein ein Zeichen, dass Uhlenbrock auch weiterhin zur Stadtharmonie gehöre.
Zwar wurden bei den Wahlen etliche Vorstandsämter neu besetzt (siehe Infokasten). Ein neuer Vorsitzender wurde bei der Hauptversammlung aber bewusst nicht gewählt. „Wir lassen uns Zeit, um einen passenden Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden der Stadtharmonie zu finden“, erklärten Vizevorsitzender Thomas Grauer und Dirigent Mario Mosbacher. Man wolle sich und einem geeigneten Kandidaten ausreichend Zeit geben. Beide betonten, dass niemand die Verdienste von Reiner Uhlenbrock anzweifle. Im Gespräch mit dieser Zeitung widersprachen Grauer und Mosbacher lediglich der Darstellung, dass Uhlenbrock derjenige gewesen sei, der vom Amt zurück getreten ist. „Das war eine Entscheidung von beiden Seiten. Wir haben irgendwann festgestellt, dass es so nicht mehr weitergeht.“ Genauere Gründe nannten sie nicht.
Möglicherweise könnte die Trennung damit zusammenhängen, dass sich der Verein in einem Generationen- und Strukturwandel befindet. Das Orchester ist jung wie nie. Und da der Verein in den vergangenen 13 Jahren sowohl personell als auch im wirtschaftlichen Bereich stark gewachsen ist und die Aufgabenbereiche vielfältiger geworden sind, strebt die Stadtharmonie eine Neuordnung der Strukturen an. Wie Mario Mosbacher in der Versammlung erklärte, habe er und der Dirigent der Jugendkapelle, Benno Kilzer, einen Antrag an den erweiterten Vorstand gestellt, die Vereinsstruktur bis zur nächsten Hauptversammlung zu überarbeiten. „Wir wissen noch nicht, wie das aussehen wird. Aber alle, die ein Amt ausüben, werden gemeinsam eine neue Struktur ausarbeiten.“ Über den Verlauf der Hauptversammlung berichten wir noch.
Quelle: Südkurier 16.04.2012
Sie halten der Stadtharmonie seit vielen Jahren aktiv oder passiv die Treue. Von links: Sigrid Wenzel, Jakob Hammes, Felix Haas, Ingo Walkner, Dominique Wagner, Robert Zwing, Walter Kieninger und Christian Reith.
VS-Villingen – Auf ein ereignisreiches Jahr konnte der Musikverein Stadtharmonie Villingen bei seiner jüngsten Jahreshauptversammlung zurückblicken. Ein einschneidender Moment war der kurzfristige Weggang von Dirigent Ulrich Schmidt aus beruflichen Gründen.
Mit dem Leiter der Jugendkapelle Mario Mosbacher bekam die Stadtharmonie einen nachrückenden Dirigenten aus den eigenen Reihen – genau so, wie es sich Vorsitzender Reiner Uhlenbrock gewünscht hatte.
Nachdem Mosbacher das Orchester zunächst übergangsweise geleitet hatte, entschied er sich quasi während des erfolgreichen Jahreskonzerts im Franziskaner Konzerthaus endgültig, die musikalische Leitung zu übernehmen. „Ich wäre bescheuert, wenn ich diese Musiker wieder hergeben würde“, sei es ihm durch den Kopf gegangen, wie Mosbacher jetzt selbst sagte.
Er machte deutlich, dass der musikalische Erfolg eines Orchesters nicht allein vom Dirigenten abhänge. „Jeder Musiker muss Verantwortung übernehmen“, findet er. Der neue Leiter der Jugendkapelle ist Benno Kilzer, ebenfalls ein Eigengewächs der Stadtharmonie. Zusammen mit Elisabeth Klingele, Leiterin des Vororchesters, verfügt der Musikverein somit über drei Dirigenten aus eigenen Reihen.
Musikalisch bewegte sich die Stadtharmonie im vergangenen Jahr wieder auf gewohnt hohem Niveau. Bei 16 Auftritten stellte das Hauptorchester seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Und das nicht nur in der Region. Eine Konzertreise führte die Musiker in die Partnerstadt Savona.
In Sachen Musik noch mehr unterwegs war die Jugendkapelle. Sie brachte es auf 20 Auftritte, wie Jugendleiterin Laura Müller berichtete. Ebenfalls musikalisch höchst aktiv waren das Vororchester, die Stadtharmonisten und der Spielmannszug.
Kassierer Alexander Heift wurde vom Vorsitzenden Reiner Uhlenbrock aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistungen zum „Mann des Jahres der Stadtharmonie“ gekürt. Aus diesem Anlass wurde Heift von Stadtharmonie-Präsident Siegfried Kauder spontan zu einem viertägigen Berlinaufenthalt eingeladen.
Heift konnte in seinem Jahresbericht einerseits zwar einen positiven Kassenbestand bescheinigen, Sorgen bereitet dem Kassierer allerdings dennoch der, wie er sagte, „erschreckende Rückgang der Fördermitglieder“. Die Mitgliedsbeiträge seien schließlich eine der tragenden Säulen des Musikvereins. Deshalb sollte die Mitgliederwerbung in diesem Jahr noch stärker vorangetrieben werden.
In seiner Funktion als Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände betonte Siegfried Kauder den Stellenwert der Musikjugend. Dabei sprach er die Beitragsstrukturen der beiden Problemfelder Gema und Künstlersozialkasse an. Außerdem sind Kauder die Parallelstrukturen in der Blasmusikwelt ein Dorn im Auge. Er wolle sich für eine Vereinfachung der Strukturen stark machen.
Quelle: 28.03.11 Südkurier
Die Stadtharmonie ehrte aktive Mitglieder (von links): Sigrid Wenzel, Jakob Hammes, Felix Haas, Ingo Walkner, Dominique Wagner, Robert Zwing, Walter Kieninger (alle zehn Jahre aktiv), Christian Reith (25 Jahre aktiv).
VS-Villingen (wz). Das Vereinsjahr bei der Stadtharmonie Villingen war geprägt vom "Harmoniegefühl" und viel Arbeit, um sich finanziell eigenständig zu halten. Er hätte gerne mehr von dem Jahreskonzertgefühl, sagte Dirigent Mario Mosbacher, als er erklärte, was ihn dazu veranlasst hatte, das Große Orchester zu übernehmen. "Das Betriebsklima stimmt", stellte er fest. Er wünsche sich, dass sie immer so auf die Bühne gehen, wie sie beim Jahreskonzert heruntergingen.
Kassier Alexander Heift war erfreut über das, was bei einem Umsatz von knapp 300 000 Euro hängen blieb. "Wir haben uns damit abgefunden, dass Zuschüsse weniger werden, und versucht, Geld zu verdienen", erklärte Vorsitzender Reiner Uhlenbrock. Die Aktivitäten wurden stark ausgeweitet, auch die Jugend habe sich sehr gut eingebracht. Allerdings sei man jetzt an der Grenze, was ehrenamtlich geleistet werden kann. Zumindest habe man gezeigt, dass man unter günstigen Umständen ohne Zuschüsse auskommen könnte.
In seinem Grußwort berichtete Präsident Siegfried Kauder über sein Engagement zur Neugestaltung der Gema-Strukturen. Schriftführerin Alina Lewald verzeichnete 16 Auftritte und 75 Proben. Das Käferbergfest wurde wieder an seinen alten Platz verlegt. Das Frühjahrskonzert wurde als bunter Unterhaltungsabends gestaltet. Inventarverwalter Rolf Mayer berichtete, dass im Uniform- und Trachtenbereich viel investiert und Instrumente generalüberholt wurden. "Uns Senioren fehlt der Nachwuchs", fasste Norman Kilzer das Problem der Musik-Rentner zusammen. Er appellierte an alle, sich mehr zur Geselligkeit einzufinden.
Die Zahl der aktiven Musiker hat sich in zehn Jahren seit der Umstrukturierung auf 225 verdoppelt. 77 Prozent der Musiker sind unter 27 Jahren. Auch der Jugendbereich wurde stark ausgebaut. Insgesamt werden 175 Jugendliche ausgebildet. Die musikalische Früherziehung besteht zurzeit nur aus einer Gruppe, weil die andere ins Vororchester überging. Aus dem Vororchester werden nach den Sommerferien 15 Kinder in die Jugendkapelle übergehen. Die Kooperation Schule/Verein soll intensiviert werden.
Bei den Neuwahlen wurden der Vorsitzende Uhlenbrock und Kassier Alexander Heift wiedergewählt. Notenwartin wurde Franziska Dietrich, Beisitzer für die Passiven Gerhard Janasik. Für das Amt des Schriftführers muss noch eine geeignete Person gesucht werden. Die Jugendversammlung hat Dominik Eigeldinger zum Vorsitzenden und Jakob Hammes zum Schriftführer gewählt. Als Mann des Jahres wurde Alexander Heift ausgerufen, der in Eigeninitiative alle organisatorischen Löcher gestopft hat. Als kleine Anerkennung wurde er von Kauder nach Berlin eingeladen.
Quelle: 27.03.11 Schwarzwälder-Bote