Der musikalische Nachwuchs der Stadtharmonie kann sich hören lassen. Fast die Hälfte der jungen Musiker hat beim Jahreskonzert ihrem ersten Auftritt unter dem neuen Jugenddirigenten Benno Kilzer.
VS-Villingen – Fauchende Drachen, kämpfende Piraten und dazwischen fröhliche Zirkusklänge – das Jahreskonzert der Stadtharmonie war kontrastreich. Nur in einem ließ der Konzertabend im Franziskaner Konzerthaus praktisch keine Differenzierung zu: Sowohl die musikalische Leistung der Jugendkapelle wie auch die des Blasorchesters waren nahezu ebenbürtig.Bereits mit der Eröffnungs-Hymne legte die Orchesterjugend die Messlatte hoch und Benno Kilzer feierte einen gelungenen Einstand als neuer Jugenddirigent.
Mit „Choreography“, einem Pflichtstück für Wertungsspiele in der Oberstufe, stellte die Jugend unter Beweis, dass sie auch stark verjüngt musikalische Höchstleistungen vollbringen kann. Dass nahezu die Hälfte der 50 Musiker ihr erstes großes Konzert gab, war praktisch nicht heraus zu hören.
Angespornt vom Beifall des Publikums und von Benno Kilzer selbst, der seinen jungen Musikern anerkennend applaudierte, vertonte die Musikjugend die Sage vom „Drachenberg“, dem Pilatus am Vierwaldstätter See in der Schweiz. Dabei erweckten sie Drachen zum Leben und erzählten die Geschichte der Drachenjäger, die sie erlegen wollten und in ihr Schicksal rannten. Mit einem peppigen Stück von „Cold Play“ verabschiedete sich die Jugend.
„Angesichts solcher Jugendlicher ist mir um die Zukunft der Stadtharmonie nicht bange“, freute sich Vorsitzender Reiner Uhlenbrock in seiner Begrüßung. Und eine „Belohnung“ für die junge Truppe gab es obendrein. Stadtharmonie-Präsident Siegfried Kauder, lud die Jugendkapelle als Antwort auf einen kleinen Seitenhieb Uhlenbrocks an den seit kurzem wieder verheirateten Politikers, spontan zu einer Konzertreise nach Berlin ein.
Nicht nach Berlin, sondern nach Sardinien reiste das große Blasorchester unter der Leitung von Mario Mosbacher mit seinem ersten Stück. In „Xenia Sarda“ verarbeitete Komponist Hardy Mertens die Schönheiten der Insel und die Gastfreundschaft zu einem musikalischen Portrait. Während sich die Zuhörer entspannt zurücklehnen konnten, war das Stück für die Kapelle kein Spaziergang an den feinen Sandstränden der Costa Smeralda. Vielmehr erinnerte das Werk an eine Klettertour an den zerklüfteten Felswänden. Das Publikum erfreute sich daran ausgiebig.
Gewöhnungsbedürftig war hingegen die „Hymne an die Sonne mit dem Pulsschlag von Mutter Erde“. Eine Ode an die Sonne, ohne die auf unserem Planeten kein Leben möglich wäre. Für dieses japanische Stück ließ sich die Stadtharmonie die Noten in Japan anfertigen.
Leicht und beschwingt eröffnete das Blasorchester den zweiten Teil und verwandelte das ehrwürdige Konzerthaus in eine Zirkusmanege. Schostakowitschs „Jazzsuite“ bringt Leben in jedes Zirkusrund. Die Besucher konnten in dem fünfsätzigen Werk beinahe sogar die Sägespäne der Manege riechen.
Der Wechsel vom heiteren Zirkusleben zu dem Dasein zwielichtiger Gestalten war praktisch fließend. Das Orchester, eben noch fröhlich schmetternd, verbreitete auf einmal Gänsehaut, als Mosbacher den Taktstock für den „Fluch der Karibik“ hob. Komponist Hans Zimmer hat die musikalische Vorlage aus den ersten beiden Piratenfilmen mit neuen Elementen versehen. Ab und zu blitzten bekannte Melodienfetzen auf, um schließlich in dem bekannten Thema zu enden.
Durch das Programm geführt wurde das Publikum in bewährter Weise von Henry Greif, der seine Moderationen mit zahlreichen Accessoires ausschmückte. Mit einem heiteren Konzertmarsch und einer rasanten Zugabe verabschiedete sich die Stadtharmonie von den restlos begeisterten Zuhörern.
Quelle: 28.11.2011 Südkurier
Bei ihm laufen die musikalischen Fäden zusammen: Mario Mosbacher (rechts) führt seine Musiker souverän durch das Programm. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Siegfried Kouba Villingen-Schwenningen. Musik mit reichlich Emotionen bot die Stadtharmonie Villingen ihren Zuhörern beim Jahreskonzert im Franziskaner.Die Jugendmusik hat einen neuen Dirigenten. Benno Kilzer führte die mehr als 30 jungen Musikanten sicher und mit gutem Taktgefühl. Die Mädchen und Jungen können sich freuen, denn sie wurden durch den Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder zu einer Konzerttournee nach Berlin eingeladen. Zur Hochzeit durfte Isolde Kauder nachträglich einen Blumenstrauß in Empfang nehmen. Lob kam vom Vorsitzenden "Schorsch" Uhlenbrock. Er freut sich vor allem, dass angesichts großer Spendenfreudigkeit alle Jugendlichen mit dem Blau der Stadtharmonie eingekleidet werden konnten.
Ein Programm mit gefühlvollen Stücken boten Jugendkapelle und großes Orchester. Die Stimmungslagen schwankten zwischen sagenhaften Szenen und heißen Rhythmen, zwischen Gut und Böse, zwischen einfühlsam bis erregend. Das Publikum war begeistert.
Was wäre ein Konzert der Stadtharmonie ohne seinen Moderator, den Hobbyschauspieler, Clown und Regisseur. "Wir liefern den Stoff", meinte Heinrich Greif, und die Besucher sollten ihre Fantasie spielen lassen. Dies konnten sie bereits bei Robert Sheldons "Choreography", mit knalligem Auftakt, bewegt heiteren Passagen, lyrischen Ausschweifungen mit schönen Klarinetten-, Flöten-, Saxophon- und Trompetensolos.
Es ist beachtlich, was die Jugend in kurzer Zeit erarbeitet hatte. Ein großes Gemälde wurde mit "Pilatus" von Steven Reineke entworfen: drohende Drachen, Kämpfe, Sonnenaufgang, Mächtigkeit des Bergstocks, Friedensfest und feierlicher Siegeszug; alles quittiert mit viel Beifall, der wiederum mit dem rockigen "Viva la vida" belohnt wurde.
Danach war das große Orchester gefragt, das unter Leitung von Mario Mosbacher mit "Xenia Sarda" einstieg. Das farbige Insel-Portrait bot viele programmatisch-impressionistische Saludos. Gefallen konnte hier das trällernde Piccolo mit Kuckucksmotiv. Erstaunliches war danach bei der Sonnenhymne von Satoshi Yagisawa zu vernehmen, denn die Instrumentalisten überzeugten auch mit schönen Stimmen, um an den heiligen Franziskus denken zu lassen.
Etwa missverstanden wurde die Jazz-Suite von Dmitri Schostakowitsch. Sie stellt keineswegs eine nette Satzfolge dar. Der hintersinnige Komponist hatte eher persiflierend westliche Musik im Kopf. Vor allem aber nahm er seinen persönlichen Kampf mit musikalischen Mitteln gegen das Stalin-Regime auf. Ein verträumtes, schunkelndes Salonstück ist daher der "second waltz" keineswegs, sondern eine Anklage der Gulag-Grausamkeiten.
Musik aus dem Piratenfilm "Fluch der Karibik“ wurde danach geboten. "Arsenal" von Jan van der Roost rundete das Programm ab. Mit "rosigen" Klängen und der Huldigung an "Nimrod" sagten die Musiker Adieu.
Quelle: 27.11.2011 Schwarzwälder-Bote
Unterbaldingen (sgn) Das erste Jahreskonzert des Musikvereins Unterbaldingen, das vom neuen Dirigenten geleitet wurde, ist gelungen. Die Zuhörer erlebten einen wunderschönen Abend.
Hochkarätiger Konzertpartner des Musikvereins war die Stadtharmonie Villingen. Beide Orchester sind schon länger gute Bekannte.
Der Abend war natürlich ganz der Musik gewidmet. Das Villinger Orchester eröffnete das Konzert mit „Xenis Sarda“, dem die Jazz Suite No. 2 folgte. Das sind eigentlich gar keine Jazz-Stücke, aber es sind auf jeden Fall so richtige Ohrwürmer. „Am Ende der Welt“ aus dem Film „Piraten der Karibik“ war das Ende des ersten Konzertteils. Das Publikum war so begeistert, dass es sich energisch eine Zugabe erklatschte.
Zwischen beiden Konzerteilen wurden Ehrungen und Jungmusikerleistungsabzeichen verteilt. Fünf silberne und sechs bronzene Abzeichen sowie jeweils eine silberne Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände gingen an Andreas Schacherer und Markus Moser für 25-jährige, aktive Musikertätigkeit.
Dann wurde es wieder musikalisch und Orchester und Dirigent – Bernhard Holzer hatte im Taktstock-Schwingen seine Premiere in Unterbaldingen – zeigten wie gut sie miteinander harmonieren. „Pomp und Circumstance No. 1“ war ein Stück voller Kontraste, hervorragend gespielt war auch „Music for a Solemnity“ von Jan de Haan. Dramatisch erklang die Geschichte von Kaiserin Elisabeth, ehe es zwischendurch schnell über den großen Teich mit der „New York Overture“ ging. Den Abend schloss das Orchester mit „Couleurs“ von Urs Heri.
Beide Orchester servierten gut gelungen anspruchsvolle Kost, man mochte keinen Augenblick versäumen.
Quelle: 22.11.2011 Südkurier
Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft wurden Andreas Schacherer (links) und Markus Moser mit der silbernen Ehrennadel des Bundes deutscher Blasmusikverbände ausgezeichnet. Foto: Schwarzwälder-Bote
Bad Dürrheim-Unterbaldingen (wib). Das erste Jahreskonzert des Musikvereins Unterbaldingen mit dem neuen Dirigenten wurde zu einem wunderschönen Abend. Hochkarätiger Konzertpartner war die Stadtharmonie Villingen, schon lange gute Bekannte der Unterbaldinger. Beide Orchester servierten anspruchsvolle Kost und sorgten für eine tolle Atmosphäre.
Das Villinger Orchester eröffnete das Konzert mit "Xenis Sarda", dem die Jazz Suite No. 2 folgte und in der eigentlich keine Jazz-Stücke vorkommen. Die Titel führten das Publikum bis ans Ende der Welt. Man mochte keine Sekunde versäumen, und für den Genuss wurden die Villinger Musiker, die unter der Leitung von Mario Mosbacher spielten, mit begeistertem Applaus belohnt, die Besucher forderten eine Zugabe.
Für Alexandra Götz, die Vorsitzende der Bläserjugend des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar, war es eine Freude, insgesamt elf Jungmusiker auf die Bühne zu rufen und ihnen zusammen mit Johann Mösenbichler und Manuel Hartung (Vorsitzender der Bläserjugend Unterbaldingen) bronzene und silberne Jungmusikerleistungsabzeichen zu überreichen. Persönliche Entfaltung gelinge nur in der Gemeinschaft und sie freue sich, dass junge Menschen wie hier in Unterbaldingen sich in die Verantwortung begeben. Geehrt wurden mit Andreas Schacherer und Markus Moser außerdem zwei Orchesterangehörige, die seit fünfundzwanzig Jahren aktiv musizieren und sich für den Verein einbringen. Sie erhielten beide die silberne Ehrennadel des Bundes deutscher Blasmusikverbände.
Danach wurde es wieder musikalisch und Bernhard Holzer hatte mit dem Taktstock seine Premiere in Unterbaldingen. Orchester und Dirigent harmonierten sehr gut und mit "Pomp und Circumstance No. 1" ließen die Unterbaldinger zur Eröffnung des zweiten Konzertteils ein Stück voller Kontraste hören, hervorragend gespielt war das "Music for a Solemnity" von Jan de Haan, dramatisch entstand die Geschichte von Kaiserin Elisabeth vor dem Auge. Mit der "New York Overture" folgte ein Abstecher über den großen Teich, bevor "Couleurs" von Urs Heri den Schlusspunkt hinter einen tollen Abend setzte.
Quelle: 21.11.2011 Schwarzwälder-Bote
Sie hauen beim Jahreskonzert der Stadtharmonie ordentlich auf die Pauke. Der Dirigent des Hauptorchesters, Mario Mosbacher (von links), Jugenddirigent Benno Kilzer und Vorsitzender Reiner Uhlenbrock.
VS-Villingen – Die Besucher des Jahreskonzerts der Stadtharmonie am kommenden Samstag, 26. November, im Franziskaner Konzerthaus werden nicht nur Ohren, sondern auch Augen machen.
Wie die beiden Dirigenten, Benno Kilzer von der Jugendkapelle und Mario Mosbacher vom Hauptorchester sowie Vorsitzender Reiner Uhlenbrock ankündigen, werden die Zuhörer „eine neue Jugendkapelle und ein neues großes Blasorchester sehen.“ Gleichzeitig sei das musikalische Niveau um eine weitere Stufe nach oben geklettert.
Was damit genau gemeint ist, erklären die Dirigenten. „Der Dirigent einer Jugendkapelle sieht sich alle paar Jahre mit einem Generationenwechsel konfrontiert“, erklärt Kilzer. Die älteren Jungmusiker wachsen aus der Jugendkapelle heraus und spielen beim Hauptorchester mit, gleichzeitig schafft ein Schwung ganz junger Musiker den Sprung vom Vororchester in die Jugendkapelle. Und genau damit sieht sich Kilzer in diesem Jahr konfrontiert. „Von den 50 Musikern in der Jugendkapelle haben 40 Prozent ihr erstes großes Konzert.“
Doch deswegen auf leichtere Stücke umzuschwenken, kam für den Jugenddirigenten nicht in Frage. Und so wird sich die musikalische Jugend zu Beginn des Jahreskonzertes mit zwei Stücken an ihrem Leistungslimit bewegen. Mit der musikalischen Erzählung „Pilatus, der Drachenberg“ begeben sich die Jungmusiker auf die Spuren der Legende, wonach auf dem Luzerner Hausberg, dem „Pilatus“, Drachen wohnen. Und man darf gespannt sein, wie die jungen Musiker es anstellen, den Drachen musikalisch zum Leben zu erwecken. Tänzerisch geht es weiter mit „Choreography“.
In dem energiegeladenen Werk von Komponist Robert Sheldon werden die zahlreichen Facetten des Tanzes, von klassischem Ballett bis zu modernem Street Dance, musikalisch beschrieben. „Wir tanzen musikalisch, der Zuhörer soll den Tanz spüren“, sagt Kilzer. Dieses Stück suchte Kilzer nicht zufällig aus. „Das Stück ist Pflichtstück bei den Wertungsspielen, an dem sich die Jugendkapelle im nächsten Jahr beteiligt.“ Das Hauptorchester stellt sich beim Publikum mit der Tondichtung „Xenia Sarda“ vor. Das Stück beschreibt die Menschen und die Landschaften Sardiniens. Den Besuch einer japanischen Kapelle im Sommer arbeitet das Orchester unter der Leitung von Mario Mosbacher mit der „Hymne an die Sonne mit dem Herzschlag von Mutter Erde“ auf. Die Besonderheit: Die Noten für dieses Stück sind nur in Japan erhältlich und wurden extra für die Stadtharmonie gedruckt.
Der zweite Konzertteil ist traditionell der leichteren, aber nicht weniger anspruchsvollen Unterhaltung gewidmet. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Varieté-Komposition, die Musik aus „Fluch der Karibik“ und ein beschwingter Konzertmarsch.
Quelle: 19.11.2011 Südkurier